Wirtschaftskriminalität im Mittelstand

Laut einer Umfrage der Unternehmensberatungsgesellschaft KPMG aus dem Jahr 2010 schätzen 56% der mittelständischen Unternehmen die Gefahr durch Wirtschaftskriminalität für ihr Unternehmen geringer ein als dies bei Großunternehmen der Fall ist. Allerdings geben auch fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie selbst schon von wirtschaftskriminellen Handlungen betroffen waren. 76% der befragten Unternehmen empfinden die von ihnen implementierten Aufklärungs- und Präventionsstrukturen, also das Compliance-Managementsystem, als ausreichend. Dies steht im Gegensatz zu den tatsächlich aufgeklärten Fällen. Nur 22% der mittelständischen Unternehmen haben überhaupt ein systematisches Aufklärungssystem eingerichtet, bei den meisten Mittelständlern geschehen Aufdeckungen durch Zufall, nicht durch geplantes Vorgehen. Mittelständler erkennen in der Umfrage allerdings, dass sie ihren Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden größere Gelegenheiten bieten für wirtschaftskriminelle Handlungen. Dies liegt an dem im Mittelstand verbreiteten Prinzip "Vertrauen". Die geringe Bürokratisierung von Handlungen ist gerade ein Erfolgsfaktor von kleineren Unternehmen.

Wenn man die spektakulären in den Medien diskutierten und präsentierten Fälle von Wirtschaftskriminalität sieht, so erscheint es deutlich, dass das Problem der Wirtschaftskriminalität deutlich stärker bei Großunternehmen auftritt. Allerdings zeigt die wirtschaftliche Realität auch die Alltagserfahrung, dass KMU nicht per se vor Wirtschaftskriminalität geschützt sind. Es gibt eine große Lücke bei der Vorbereitung und bei den systematischen Abwehrmaßnahmen.

Die Angebote des ICM an der NORDAKADEMIE sollen dazu beitragen, diese Lücke zu schließen.

Institut für Compliance im Mittelstand (ICM)